Gregor Johann Mendel – der Vater der Genetik

Gregor Johann Mendel – der Vater der Genetik

Die Augustinerabtei in Brünn steht ganz im Zeichen ihres berühmten Abtes Gregor Johann Mendel, der auch der „Vater der Genetik“ genannt wird und dessen Mendelsche Regeln noch heute im Biologieunterricht Basis für die Vererbungslehre sind. Seine Liebe gehörte auch der Bienenzucht und der Aufzeichnung meteorologischer Messungen. Sein gesamtes Wirken kann in der Augustinerabtei in Brünn auf dem Gelände der Abtei besichtigt werden.

 

Viele Jahre züchtete der Augustinermönch Erbsen im Klostergarten in Brünn. Unermüdlich experimentierte er mit Kreuzungen und wertete diese statistisch aus. Wie veränderten sich zum Beispiel Blüten und Erbsenschoten von einer Generation zur nächsten. Die Tatsache, dass Gene bei Pflanzen, Tier und Mensch von beiden Eltern vererbt werden und sich immer dominante Gene in der ersten Generation durchsetzen, ist heute allgemeines Wissensgut. Seine Erkenntnisse schrieb er in einer Arbeit „Versuche über Pflanzen-Hybriden“ nieder.

Mendels handgeschriebene Dokumentation in neugotischer Kursivschrift besteht aus zwölf Doppelblättern und galt viele Jahre als verloren. Es wurde zufällig im Müll entdeckt und im Archiv der Natural History Society aufbewahrt. Ende des 20. Jahrhunderts gelangte das Werk wieder in die Hände der Familie Mendel. Diese übergab das Originalmanuskript dem Kloster Altbrünn, in dem Mendel als Abt gewirkt hat.

Die Augustinerabtei strebt nun an, dass das handschriftliche Werk in das internationale Register des UNESCO-Welterbes aufgenommen wird. Ziel des Registers ist es, seltene Dokumente mit großer historischer Bedeutung für die Nachwelt zu bewahren und durch moderne Informationstechnologien zugänglich zu machen. Ein geeigneter Zeitpunkt für die Aufnahme der Handschrift in das UNESCO Welterbe wäre das Jahr 2022, wenn wir den 200. Geburtstag von Mendel gedenken. Mendels Arbeit ist eng mit der Stadt Brünn verbunden, aber auch mit Österreich. Sein Studium in Wien wurde zur Grundlage für seine Entdeckungen und wissenschaftlichen Arbeiten. Das Projekt konzentriert sich auf die Förderung der globalen Bedeutung seiner Handschrift, damit die Bewohner der grenzüberschreitenden Region mehr über dieses Juwel im Herzen der Stadt Brünn erfahren können. Im Rahmen des Projekts werden 10 Faksimiles von Mendels Handschrift angefertigt.

Als Teil des Mendel-Manuskript-Projektes, Nr.KPF-02-134, das im Rahmen des Programmes INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik durchgeführt wurde, unternahmen Vertreter der Abtei in Brünn zusammen mit Vertretern der Masaryk-Universität und ihres österreichischen Partnervereins Family Business eine Exkursion zum Stift Lilienfeld mit dem eine Zusammenarbeit hinsichtlich der Einreichung als Weltkulturerbe vereinbart wurde. Das Stift Lilienfeld verwahrt in seiner Klosterbibliothek den ursprünglichen Codex der Concordantie Caritatis, der bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Informationen zum Mendel-Manuskript unter https://mendel-genetics.cz/de/

Bildnis von Gregor Mendel als Abt

4. November 2020 / by / in

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