Familienbeihilfe

Für Kinder wird Eltern, unabhängig von Ihrer Beschäftigung oder Ihrem Einkommen, Familienbeihilfe gewährt.
Die Höhe der Familienbeihilfe wird durch das Alter des Kindes bestimmt:

Alter des Kindes Betrag
pro Monat
ab Geburt 105,40 Euro
ab 3 Jahren 112,70 Euro
ab 10 Jahren 130,90 Euro
ab 19 Jahren 152,70 Euro
Zuschlag für erheblich behindertes Kind 138,30 Euro

Ab 1. Jänner 2008 erhöht sich der Gesamtbetrag der Familienbeihilfe bei weiteren Kindern um folgende Beträge (sogenannte Geschwisterstaffelung):

  • für zwei Kinder um monatlich 12,80 Euro
  • für drei Kinder um monatlich 47,80 Euro
  • für vier Kinder um monatlich 97,80 Euro
  • für jedes weitere Kind um monatlich 50,00 Euro

Zur Berechnung der Familienbeihilfe nutzen Sie den neues FensterFamilienbeihilferechner des Bundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend.

Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt alle zwei Monate, jeweils für den laufenden und den kommenden Monat.

Hinweis: Wohnt ein Kind im gemeinsamen Haushalt der Eltern, ist die Mutter vorrangig anspruchsberechtigt. Sie kann jedoch zugunsten des Vaters verzichten. Leben die Eltern getrennt, steht die Familienbeihilfe dem Elternteil zu, bei dem das Kind lebt.

Grundsätzlich kann die Familienbeihilfe bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres des Kindes bezogen werden. In Ausnahmefällen, wenn beispielsweise Zivildienst geleistet wurde oder das Kind erheblich behindert ist, kann die Familienbeihilfe auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gewährt werden. Ab der Volljährigkeit ist die Gewährung von Familienbeihilfe jedoch im Allgemeinen an das Vorliegen einer Berufsausbildung gebunden.

Mehrkindzuschlag

Um der besonderen Armutsgefährdung von Mehrkindfamilien entgegen zu wirken, wird ein Mehrkindzuschlag für Familien mit drei oder mehr Kindern gewährt. Der Mehrkindzuschlag in der Höhe von 36,4 Euro monatlich steht für jedes, ständig im Bundesgebiet (oder im EU-Raum) lebende dritte und weitere Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, zu, wenn das zu versteuernde Familieneinkommen eine gewisse Höhe nicht übersteigt.
Basis für diese Anspruchsvoraussetzungen sind die (Familien-) Verhältnisse des Kalenderjahres, das unmittelbar vor dem Kalenderjahr liegt, für das der Antrag gestellt wird (Basisjahr; siehe dazu Rechenbeispiel weiter unten).

Als jährliche Einkommensgrenze wurde das Zwölffache der Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung für einen Kalendermonat gewählt. Die maßgebliche Grenze, die nicht überschritten werden darf, beträgt bei Geltendmachung des Mehrkindzuschlages für das Jahr 2005 daher 41.400 Euro.
Die Berechnung des Einkommens erfolgt analog der Ermittlung des Einkommens des Kindes.

Sonderregelung: Der Anspruch auf den Mehrkindzuschlag kann durch eine Zusammenrechnung der im gemeinsamen Haushalt befindlichen Kinder — auch wenn für sie teils vom Vater, teils von der Mutter die Familienbeihilfe bezogen wird — erreicht werden. Es ist also nicht unabdingbar erforderlich, dass ein Elternteil die Familienbeihilfe für alle Kinder bezieht. Allerdings müssen beide Elternteile dieser Regelung zustimmen.

Kinderabsetzbetrag

Gemeinsam mit der Familienbeihilfe wird der Kinderabsetzbetrag ausgezahlt Er muss nicht gesondert beantragt werden. Der Kinderabsetzbetrag ist keine Familienbeihilfe, sondern ein Absetzbetrag, der in Form einer Negativsteuer ausgezahlt wird. Er beträgt 58,40 Euro pro Kind und Monat.

Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdiener bzw. Alleinverdienerinnen sind Steuerpflichtige,

  • die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet sind und
  • von ihrem Ehepartner oder ihrer Ehepartnerin nicht dauerhaft getrennt leben und
  • deren Ehepartner oder Ehepartnerin,
    • bei kinderlosen Paaren, nicht mehr als 2.200 Euro jährlich oder
    • bei Paaren ab einem Kind, nicht mehr als 6.000 Euro jährlich verdient,

oder Steuerpflichtige

  • mit mindestens einem Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, und
  • die mehr als sechs Monate im Jahr in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben und
  • deren Partner oder Partnerin,
    • bei kinderlosen Paaren, nicht mehr als 2.200 Euro jährlich oder
    • bei Paaren ab einem Kind, nicht mehr als 6.000 Euro jährlich verdient.

Alleinerziehende sind Steuerpflichtige mit mindestens einem Kind,

    • die nicht mehr als sechs Monate im Kalenderjahr in einer Gemeinschaft mit einer (Ehe-)Partnerin/einem (Ehe-)Partner leben und
    • die für ihr Kind bzw. ihre Kinder mehr als sechs Monate im Kalenderjahr den Kinderabsetzbetrag erhalten.
      Der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag beträgt pro Jahr:
  • Mit einem Kind: 494 Euro
  • Mit zwei Kindern: 669 Euro
  • Mit drei Kindern: 889 Euro
  • Für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um 220 Euro

Unterhaltsabsetzbetrag

Wer für ein Kind, welches nicht im selben Haushalt wohnt, nachweislich gesetzlichen Unterhalt zahlt, hat Anspruch auf einen monatlichen Unterhaltsabsetzbetrag in folgender Höhe (Werte ab 2009):

  • Für das erste Kind: 29,20 Euro,
  • Für das zweite Kind: 43,80 Euro und
  • Für das dritte und weitere Kinder: 58,40 Euro.

Achtung:
Die/der Steuerpflichtige und deren (Ehe-)Partner/dessen (Ehe-)Partnerin darf für dieses Kind oder diese Kinder keine Familienbeihilfe beziehen.

Wochengeld

Werdende Mütter dürfen ab der achten Woche vor dem voraussichtlichen Geburtstermin nicht mehr beschäftigt werden. Sie befinden sich im Mutterschutz. Das Wochengeld soll während dieser Zeit eine finanzielle Stütze für die werdende Mutter sein und wird als Ersatz für das entfallende Einkommen gezahlt.

Das Wochengeld wird im folgenden Zeitraum gewährt:

  • acht Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin
  • am Tag der Geburt
  • acht Wochen nach der Geburt
    • bei Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburten: bis zwölf Wochen nach der Geburt

Hinweis: Hat der Amtsarzt oder die Amtsärztin vor Beginn der Schutzfrist oder darüber hinaus ein Beschäftigungsverbot verhängt, wird das Wochengeld für die Dauer das Beschäftigungsverbots gezahlt.

Für unselbstständig erwerbstätige Frauen richtet sich die Höhe des Wochengeldes nach dem Nettobezug der letzten drei Monate. Hinzu kommt auch ein Zuschlag für Sonderzahlungen, wie beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Freie Dienstnehmerinnen erhalten seit dem 1. Jänner 2008 ein einkommensabhängiges Wochengeld.

Geringfügig beschäftigte Selbstversicherte (nur bei Selbstversicherung nach § 19a ASVG) erhalten einen Fixbetrag in Höhe von 8,00 Euro pro Tag (Wert für 2011).

Bezieherinnen einer Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) erhalten grundsätzlich das Wochengeld in der Höhe von 180 Prozent der zuletzt bezogenen Leistung.

Bezieherinnen von Kinderbetreuungsgeld bekommen dann Wochengeld für ein weiteres zu erwartendes Kind, wenn sie schon bei der vorherigen Geburt (also für jenes Kind, für das sie gerade Kinderbetreuungsgeld erhalten) Anspruch auf Wochengeld hatten und bei Beginn der Schutzfrist Kinderbetreuungsgeld beziehen.

Tritt man aus dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld aus einer Pauschalvariante in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, so wird das Wochengeld in der Höhe von 180 Prozent der rund 436 Euro monatlich (= Auszahlungsvariante 30+6 Monate beim Kinderbetreuungsgeld) berechnet.

Tritt man aus dem Bezug von einkommensabhängigem Kinderbetreuungsgeld in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, so wird das Wochengeld in der Höhe von 125 Prozent des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes berechnet.

Hinweis: Das Wochengeld wird monatlich im Nachhinein ausbezahlt.

Kinderbetreuungsgeld

Das mit 1. Jänner 2010 in Kraft getretene Kinderbetreuungsgeldgesetz (KBGG) bietet Eltern die Möglichkeit, aus zwei Systemen mit insgesamt fünf verschiedenen Bezugsvarianten des Kinderbetreuungsgeldes (KBG) zu wählen.

Achtung:
Das Kinderbetreuungsgeld kann in allen Varianten frühestens am Tag der Geburt beantragt werden. Haben Sie sich einmal für eine Variante entschieden und das Kinderbetreuungsgeld bereits beantragt, ist ein Umstieg auf eine andere Leistungsvariante nicht mehr möglich (auch der andere Elternteil ist an die gewählte Variante gebunden). Von dieser gesetzlichen Regelung bestehen keine Ausnahmen!

Aber: Erfüllen Sie beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld nicht die Anspruchsvoraussetzung der sechsmonatigen sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes oder ergibt sich bei Ihnen ein Tagesbetrag von unter 33 Euro, können Sie auf das pauschale Kinderbetreuungsgeld 12 plus 2 umsteigen. Der andere Elternteil ist jedoch an die zuerst beantragte einkommensabhängige Variante gebunden.

Hinweis: Mit jeder Variante sind unterschiedliche Auswirkungen (z.B. bei den Zuverdienstgrenzen oder den ergänzenden Leistungen wie u.a. Mehrlingszuschlag ) verbunden. Um die im Einzelfall bestmögliche Variante zu wählen, empfiehlt es sich daher die Unterschiede untereinander abzuwägen.

TIPP
Der Kinderbetreuungsgeld-Vergleichsrechner des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend bietet eine Entscheidungshilfe und unterstützt bei der Wahl der optimalen Kinderbetreuungsgeld-Variante. Umfangreiche Informationen rund um das Thema „Kinderbetreuungsgeld“ finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend. Für selbstständig Erwerbstätige bietet die Wirtschaftskammer österreich darüber hinaus einen Online-Ratgeber an, der Schritt für Schritt durch die verschiedenen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes führt.

 

Pauschales Kinderbetreuungsgeld

Das pauschale Kinderbetreuungsgeld steht in vier Varianten zur Auswahl:

Variante 30 plus 6

 
Bezugshöhe 14,53 Euro pro Tag (ca. 436 Euro pro Monat)
Hinweis: Der monatliche Betrag kann — je nachdem, ob der Monat 31, 30 oder 28 Tage hat — etwas variieren.
Bezugsdauer
    • Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil:

bis zur Vollendung des 30. Lebensmonats des Kindes

    • Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile:

Verlängerung der Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann maximal 30 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen; ein Wechsel zwischen den Elternteilen beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist höchstens zweimal möglich, somit können sich maximal drei Blöcke ergeben; Mindestdauer eines Blocks: zwei Monate)

Variante 20 plus 4

 
Bezugshöhe 20,80 Euro pro Tag (ca. 624 Euro pro Monat)
Hinweis: Der monatliche Betrag kann — je nachdem, ob der Monat 31, 30 oder 28 Tage hat — etwas variieren.
Bezugsdauer
    • Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil:

bis zur Vollendung des 20. Lebensmonats des Kindes

    • Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile:

Verlängerung der Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber bis zur Vollendung des 24. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann maximal 20 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen; ein Wechsel zwischen den Elternteilen beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist höchstens zweimal möglich, somit können sich maximal drei Blöcke ergeben; Mindestdauer eines Blocks: zwei Monate)

Variante 15 plus 3

 
Bezugshöhe 26,60 Euro pro Tag (ca. 800 Euro pro Monat)
Hinweis: Der monatliche Betrag kann — je nachdem, ob der Monat 31, 30 oder 28 Tage hat — etwas variieren.
Bezugsdauer
    • Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil:

bis zur Vollendung des 15. Lebensmonats des Kindes

    • Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile:

Verlängerung der Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber bis zur Vollendung des 18. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann maximal 15 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen; ein Wechsel zwischen den Elternteilen beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist höchstens zweimal möglich, somit können sich maximal drei Blöcke ergeben; Mindestdauer eines Blocks: zwei Monate)

Variante 12 plus 2

 
Bezugshöhe 33 Euro pro Tag (ca. 1.000 Euro pro Monat)
Hinweis: Der monatliche Betrag kann — je nachdem, ob der Monat 31, 30 oder 28 Tage hat — etwas variieren.
Bezugsdauer
    • Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil:

bis zur Vollendung des 12. Lebensmonats des Kindes

    • Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile:

Verlängerung der Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann maximal 12 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen; ein Wechsel zwischen den Elternteilen beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ist höchstens zweimal möglich, somit können sich maximal drei Blöcke ergeben; Mindestdauer eines Blocks: zwei Monate)

 

Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld steht in folgender Variante zur Verfügung:

Variante 12 plus 2

 
Bezugshöhe
    • 80 Prozent der Letzteinkünfte, maximal 66 Euro pro Tag (ca. 2.000 Euro pro Monat)
    • Für Bezieherinnen von Wochengeld (Unselbstständige, Selbstständige, Landwirtinnen, Vertragsbedienstete, freie Dienstnehmerinnen, geringfügig Beschäftigte mit Selbstversicherung): 80 Prozent des Wochengeldes Hinweis: Mit einer von der Krankenkasse durchzuführenden zusätzlichen Berechnung anhand der Einkünfte des Jahres vor der Geburt des Kindes, in dem die Mutter kein Kinderbetreuungsgeld bezogen hat, kann sich der Tagesbetrag erhöhen, nicht jedoch reduzieren (Günstigkeitsrechnung).
  • Für unselbstständig erwerbstätige Väter: 80 Prozent eines fiktiv berechneten Wochengeldes (inklusive Günstigkeitsrechnung)

Hinweis: Nähere Informationen zur Berechnung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes (vor allem auch für Eltern, die nicht in die angeführten Gruppen fallen) finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend.

Bezugsdauer
    • Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil:

bis zur Vollendung des 12. Lebensmonats des Kindes

    • Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile:

Verlängerung der Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes (ein Elternteil kann maximal zwölf Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen; ein Wechsel zwischen den Elternteilen ist maximal zweimal möglich; Mindestdauer eines Blocks: zwei Monate)

Achtung:

Haben Sie sich einmal für eine Variante entschieden und das Kinderbetreuungsgeld bereits beantragt, ist ein Umstieg auf eine andere Leistungsvariante nicht mehr möglich (auch der andere Elternteil ist an die gewählte Variante gebunden).

Hinweis: Eltern mit Kindern, die vor dem 1. Jänner 2008 geboren sind und für welche bereits Kinderbetreuungsgeld bezogen wird, haben die einmalige Möglichkeit, bis spätestens 30. Juni 2008 auf eine der neuen Leistungsarten (Variante 20 plus 4 oder Variante 15 plus 3) umzusteigen. Für Zeiträume vor dem 1. Jänner 2008 gibt es jedoch keine Nachzahlungen.

Kinderbetreuungsgeld erhalten Sie immer nur für das jüngste Kind. Wird in der Zeit des Bezuges ein weiteres Kind geboren, endet der Anspruch für das ältere Kind. Das Kinderbetreuungsgeld ist für das Neugeborene neu zu beantragen und wird dann für dieses ausbezahlt. Dasselbe gilt für Adoptiv- und Pflegekinder.

Achtung:

Die Geburt jedes weiteren Kindes ist unverzüglich der für das Kinderbetreuungsgeld zuständigen Stelle bei der Krankenkasse zu melden (Meldepflicht). Zu Unrecht bezogenes Kinderbetreuungsgeld für das ältere Kind muss zurückgezahlt werden.

Bei einer Mehrlingsgeburt gibt es für jedes zweite bzw. weitere Mehrlingskind eine Erhöhung um 50 Prozent, d.h. um 7,27 Euro pro Tag. Wird nach einer Mehrlingsgeburt ein weiteres Kind geboren, wird der Mehrlingszuschlag beim Kinderbetreuungsgeld weitergezahlt (richtet sich nach der Dauer der für die Mehrlingskinder bezogenen Leistungvariante). Haben sich die Eltern ursprünglich beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes für die Mehrlingskinder abgewechselt, dann verlängert sich die Weiterzahlung des Mehrlingszuschlages entsprechend (wiederum abhängig von der für die Mehrlingskinder bezogenen Leistungsvariante). Für alle Kinder müssen jedenfalls weiterhin alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein.

Die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ist an die korrekte Durchführung der ersten zehn Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen (fünf während der Schwangerschaft und fünf des Kindes) gekoppelt.

Bei der Variante 30 plus 6 ist der Nachweis aller zehn Untersuchungen durch Vorlage der Originalblätter im Mutter-Kind-Pass an die zuständige Krankenkasse bis spätestens zur Vollendung des 18. Lebensmonats des Kindes zu erbringen.

Bei der Variante 20 plus 4 sowie Variante 15 plus 3 ist der Nachweis in zwei Schritten zu erbringen: Die ersten 9 Untersuchungen sind bis zur Vollendung des elften Lebensmonats des Kindes durch Vorlage einer Kopie der Blätter im Mutter-Kind-Pass zu erbringen. Spätestens mit Vollendung des 18. Lebensmonats des Kindes sind die Originalblätter im Mutter-Kind-Pass über alle zehn Untersuchungen der zuständigen Krankenkasse zu übermitteln.

Kommen Sie dieser Nachweispflicht nicht nach, halbiert sich das Kindesbetreuungsgeld ab den folgenden Zeitpunkten:

  • Beziehen Sie das Kinderbetreuungsgeld in der Variante 30 plus 6, reduziert sich die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ab dem 25. Lebensmonat des Kindes auf 7,27 Euro pro Tag (Achtung: für Geburten bis 31.12.2007 erfolgt die Halbierung des Kinderbetreuungsgeldes ab dem 21. Lebensmonat des Kindes).
  • Beziehen Sie das Kinderbetreuungsgeld in der Variante 20 plus 4, reduziert sich die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ab dem 17. Lebensmonat des Kindes auf 10,40 Euro pro Tag.
  • Beziehen Sie das Kinderbetreuungsgeld in der Variante 15 plus 3, reduziert sich die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes ab dem 13. Lebensmonat des Kindes auf 13,30 Euro pro Tag.

Als Nachweis für die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen dienen die zwei Formblätter aus dem Mutter-Kind-Pass. Die Kopien der ersten elf Untersuchungen, sowie die Originalblätter über alle zehn Untersuchungen schicken Sie bitte vor dem Ende des vorgeschriebenen Zeitpunktes (eingeschrieben) an den zuständigen Krankenversicherungsträger. Auf den Formblättern müssen alle Untersuchungen durch Stempel und Unterschrift des Arztes oder der Ärztin bestätigt sein. Bewahren Sie sicherheitshalber Kopien der Originalformblätter auf.

Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher oder Familien ohne bzw. mit nur geringem Einkommen können zusätzlich einen Zuschuss zum Kinderbetreuungsgeld beantragen.

Individuelle Beratung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse. Sie können sich mit Ihren Fragen aber auch an den Familienservice des neues FensterBundesministeriums für Gesundheit, Familie und Jugend unter der Telefonnummer 0800/240 262 (kostenlos aus ganz Österreich) wenden.

Zuständige Wohnsitzfinanzämter

Kinderbetreuungsbeihilfe durch das AMS

Sie wollen eine Arbeit aufnehmen oder eine Maßnahme des Arbeitsmarktservice besuchen und benötigen deshalb einen Betreuungsplatz für Ihr Kind? Das Arbeitsmarktservice kann Ihnen zu den Unterbringungskosten eine Beihilfe gewähren.ese Förderung können Frauen und Männer erhalten, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen, weil Sie

  • eine Arbeit aufnehmen wollen,
  • an einer arbeitsmarktpolitisch relevanten Maßnahme (z.B. Kurs) teilnehmen wollen, oder weil
  • sich trotz Berufstätigkeit ihre wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend verschlechtert haben,
  • wesentliche änderungen der Arbeitszeit eine neue Betreuungseinrichtung/-form erfordern,
  • die bisherige Betreuungsperson ausfällt.

Weitere Voraussetzungen sind: Das Kind muss im gemeinsamen Haushalt leben und jünger als 15 Jahre sein (ein behindertes Kind jünger als 19 Jahre).

Das monatliche Bruttoeinkommen der Förderungswerberin/des Förderungswerbers darf EUR 2.300,- nicht übersteigen. Für Ehepaare bzw. Lebensgemeinschaften darf das gemeinsame Bruttoeinkommen nicht höher als EUR 3.350,- sein. Diese Einkommensgrenzen werden für jede weitere Person, für die die Förderungswerberin/ der Förderungswerber oder der Partner/die Partnerin sorgt, erhöht.

Als Einkommen zählen auch Alimente, Unterhaltsleistungen, Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz, Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts, Gründungsbeihilfe sowie Renten und Pensionen.

Gefördert werden kann die ganztägige, halbtägige, stundenweise Betreuung in:

    • Kindergärten,
    • Horten,
    • Kinderkrippen,
    • Kindergruppen,
    • bei angestellten Tagesmüttern/Tagesvätern,
    • und bei Privatpersonen (außer Familienangehörigen oder Au-Pair-Kräften).

Die Höhe der Kinderbetreuungsbeihilfe ist gestaffelt und hängt ab

    • vom Brutto(familien)einkommen,
    • von den entstehenden Betreuungskosten,
    • von der Dauer und Art der Unterbringung Ihres Kindes (ganz-, halbtägige oder stundenweise Betreuung im Kindergarten, Hort usw.).

Die Beihilfe kann jeweils für 26 Wochen gewährt werden. Die Förderungsdauer je Kind kann (bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen) bis zu 156 Wochen betragen. Die Beihilfe ist an ein Beratungsgespräch gebunden. Dies erfordert, dass der/die FörderungswerberIn mit dem/der zuständigen BeraterIn der regionalen Geschäftsstelle des AMS rechtzeitig vor Beginn der Arbeitsaufnahme oder Maßnahme und vor Unterbringung des Kindes Kontakt aufnimmt.

Familienpass

Verschiedene Familienförderungen und Vergünstigungen von Freizeitaktivitäten – siehe einzelne Bundesländer

Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Der vorliegende Link stellt einen Auslegungsbehelf zum Steuerreformgesetz 2009 dar.
http://www.steuerentlastung.at/