EU-Projekt Dialog der Generationen

EU-Projekt Dialog der Generationen

Family Business ist im ständigen Kontakt mit Sozialorganisationen, auch im Bereich der Altenbetreuung. Durch den Kernbereich von Family Business, nämlich Initiativen der Kinderbetreuung, ergeben sich besonders Projekte über den Dialog der Generationen. Gemeinsam mit Společně, o.p.s., einer NGO aus Brünn (CZ), hat Family Business 2018 dieses Projekt durchgeführt. Ziel des Projektes sind Gespräche, Hilfen und Kooperationen für intergeneratives Verständnis.

Das Projekt „Dialog der Generationen“ hat das Ziel, das Verständnis zwischen Vorschulkindern einerseits und Senioren in Seniorenheimen andererseits gegenseitig zu stärken. Ältere Menschen, die in Seniorenheimen leben, können der Gesellschaft aufgrund ihrer Lebenserfahrung noch viel bieten und an die heutige Jugend weitergeben. Da es kaum noch Großfamilien gibt, haben wenige junge Menschen regelmäßigen Kontakt mit Älteren. Oftmals fehlt ihnen  daher auch die Erfahrung im Umgang und mit den Bedürfnissen von Senioren. Das führt dazu, dass sich die Kluft zwischen Alt und Jung immer weiter vergrößert.

Daher hat das Projekt zum Ziel, dass es wieder zu einer Annäherung zwischen  Alt und Jung kommt und beide Seiten von dieser Interaktion profitieren. Die Vorschulkinder lernen früh die Scheu vor älteren und gebrechlichen Menschen abzulegen und unbefangen mit Älteren  zu kommunizieren. Diese Erfahrung stärkt schon in jungen Jahren die soziale Verantwortung und Kompetenz.

Die Bewohner der Seniorenheime wiederum öffnen sich gegenüber neuen gesellschaftlichen Entwicklungen und nehmen regen Anteil am Leben von jungen Menschen. Das stärkt ihre geistige Vitalität und verhindert deren Verdrängung an den Rand der Gesellschaft.

Der Projektpartner Family Business hat die derzeitige Struktur der Seniorenheime in Niederösterreich sowie die demographische Entwicklung untersucht. Auf Grundlage von einer Literaturrecherche wurden einige mögliche Interaktionen und generative pädagogische Ideen entwickelt. Schließlich wurden zwei Pflege- und Betreuungseinrichtungen in Niederösterreich im Rahmen von Exkursionen besucht, wobei eine Einrichtung von einem privaten Träger geführt wird und die zweite Einrichtung ein Pflege- und Betreuungszentrum des Landes Niederösterreich war.

NÖ Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) Waidhofen / Thaya

Das im Jahr 2006 bezogene Haus liegt unweit vom Zentrum, aber dennoch in ruhiger Lage und bietet Platz für 124 BewohnerInnen. Die älteste Bewohnerin ist 108 Jahre, das durchschnittliche Alter der BewohnerInnen beträgt 85 Jahre. Der NÖ Landeskindergarten befindet sich gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite.

Direktor Rainer Hirschmann und seine Stellvertreterin Heidemarie Hrauda empfingen im Oktober 2018 eine Delegation des Projektes. Dabei konnte unmittelbar an einer Aktivität des Hauses mit dem Kindergarten teilgenommen werden: SeniorInnen bastelten gemeinsam mit den Kindern Laternen für den Martinsumzug, einem wichtigen Fest im Rahmen des Kindergartenjahres.

Im PBZ wird jeden Tag frisch gekocht und steht nicht nur den BewohnerInnen zur Verfügung, sondern wird auch in den Kindergarten gebracht und für „Essen auf Rädern“ verwendet. Im Parterre befindet sich ein Besuchercafe, in dem auch auswärtige Menschen essen können. Somit sind die SeniorInnen immer „mitten im Geschehen“: Gemeindebürger, Kinder und Besucher geben den SeniorInnen das Gefühl voll in die Gemeinde integriert zu sein. Für die Kinder aus dem benachbarten Kindergarten ist es ganz selbstverständlich, dass die SeniorInnen auch zu Ihnen in den Garten kommen und dort mit ihnen spazieren gehen oder Vorlesen. Ebenso gehört es zum Alltagsbild des PBZ, dass Kindergartenkinder auf Besuch kommen und gemeinsame Aktivitäten wie Singen und Basteln stattfinden. Die Betreuerinnen des PBZ und die Kindergartenpädagoginnen stehen im ständigen Kontakt und Dialog miteinander und integrieren die generationenübergreifenden Aktivitäten ganz selbstverständlich in den Alltag des PBZ und des Kindergartens.

SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth

Die SeneCura Gruppe betreibt in Österreich 81 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen mit rund 7.000 Betten. In der Tschechischen Republik betreibt SeneCura außerdem 14 Pflege-Einrichtungen.

Das SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth(Homepage: grafenwoerth.senecura.at) bietet 150 Pflegeplätze und hat im Haus auch einen zweigruppigen Landeskindergarten. Dadurch ergebe sich viele auch spontane Begegnungen von Jung und Alt. Für die Kindergartenkinder ist es ganz selbstverständlich, dass sie täglich Kontakt mit älteren Menschen haben. Die anfängliche Skepsis der Eltern ist einer großen Zufriedenheit gewichen, da die Kinder auch zu Hause viel empathischer auf Menschen der älteren Generation zugehen.

Frau Direktor Gerlinde Obermayer hat im Oktober 2018 eine Delegation des Projektes empfangen und neben der Besichtigung des Hauses konnte auch eine gemeinsame Bewegungsstunde von Kindern aus dem Kindergarten und BewohnerInnen erlebt werden. Die Seniorenbetreuung des Hauses stellte die abwechslungsreichen Aktivitäten vor.

18. Mai 2020 / by / in

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